(Foto: © Henning Scheffen / TÜV Nord AG)

Wenn Aufzugsprüfer Selbstgespräche führen

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Die ersten Aufzugsprüfer bei TÜV Nord haben bei ihrer Arbeit jetzt Unterstützung von einer KI (künstliche Intelligenz): Die Fachleute dokumentieren ab sofort Mängel noch während der Prüfung per Spracheingabe und nicht mehr wie bisher am Rechner.

Damit sollen sie Zeit sparen und Die Vorteile: Zeitgewinn und eine noch höhere Genauigkeit.

"Bislang mussten die Sachverständigen beobachtete Mängel in eine Eingabemaske in den Rechner tippen. Nun führen sie nur noch über ihr Smartphone Gespräche mit der KI", sagt Daniel Contreras Schaffeld, Business Development Manager bei TÜV Nord und verantwortlich für die Implementierung der KI-unterstützten Spracherkennungssoftware für Aufzugsprüfungen. "Das mag sich für Außenstehende wie Selbstgespräche anhören, erleichtert jedoch die Arbeit ungemein, denn man hat die Hände frei und kann sich komplett auf die Prüfschritte konzentrieren."

Die Dokumentation der Prüfung erledigt nun die KI: also die Zuordnung festgestellter Mängel in Kategorien. Nach der Prüfung können sich die Fachleute auf Qualitätssicherung und ihren Bericht konzentrieren, da die festgestellten Mängel schon erfasst sind.

Lange Trainingsphase

Der Einführung der KI-unterstützten Spracherkennungssoftware "voize" vorausgegangen war eine lange Phase des Trainierens. Zunächst mussten die relevanten Mängel sowie häufig vorkommende Hinweise zur Beschreibung von Mängeln erfasst werden. Die KI musste anschließend darauf trainiert werden, eingesprochene Begriffe und Mängeleinstufungen zu erkennen, zu interpretieren und richtig zuzuordnen.

Vorteil für die Sachverständigen: Sie müssen keinen Begriffskatalog mehr auswendig lernen. Außerdem werden Bezeichnungen von der KI auch dann verstanden, wenn sie sich zwischenzeitlich geändert haben wie der Begriff "Rohrbruchsicherung", der im Begriffskatalog nun als "Leitungsbruchventil" definiert ist. Die KI wird zudem darauf trainiert, "eigene" Begriffe sowie Abkürzungen der Sachverständigen richtig zu interpretieren.

KI muss Dialekt verstehen

"Es reicht allerdings nicht, dass die KI diese Begriffe lernt", so Daniel Contreras Schaffeld. "Menschen sind Menschen und keine Maschinen." Die KI müsse Dialekte und sprachliche Färbungen verstehen und korrekt darauf reagieren. Deshalb hatte man mit zwanzig Sachverständigen aus ganz Deutschland die KI getestet und sie so auf Stimmen und Dialekte trainiert.

Die Software soll künftig auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, dazu zählt etwa die die Prüfungen Fahrtreppen. Außerdem soll sie auch in weiteren Sprachen angeboten werden, um Mitarbeiter des TÜV Nord in anderen Ländern zu unterstützen.


Weitere Informationen: tuev-nord.de/de

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